Jesus Christus - Schöpfung und Gericht /
Richten ist Unterscheiden ist Schöpfen
Vorwort
Wohl kein Thema ist im Christentum heftiger umstritten als die Sache mit der Schöpfung als solcher. Gemäß der Genesis in der Bibel bei 1 Moses gibt es dort einmal einen allgemeinen Schöpfungsbericht von Himmel und Erde bis hin zum Menschen. Gleich im Anschluss daran folgt dann noch einmal bei 2 Moses gesondert und ausführlich die Erschaffung des Menschen, insbesondere die sehr spezielle Art der Erstehung Evas aus der Rippe Adams. In der geschichtlichen Vergangenheit der Bibelauslegung wurden die beiden Genesis-Teile nicht etwa als symbolisch verstanden, sondern ganz wortwörtlich genommen. Dennoch wandelte sich dieses Verständnis mit den modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen als einer beim Universum biologischen sowie astrophysikalischen Evolution; quasi mit dem Urknall aus einem Nichts heraus.
Zwar begrüßte der Vatikan diese Urknall-Theorie als mit der Bibel im Einklang, weil der Urknall aus einem dem Nichts vergleichbaren Dasein heraus erfolgte, und in der Genesis Gott das Universum gleichfalls aus dem Nichts heraus erschuf. Dabei vertrat der Vatikan bis dato die durchaus zutreffende Meinung, dass die Genesis keinerlei Tatsachenbericht sein kann. Denn bei der Welterschaffung war natürlich außer Gott noch kein Zeuge anwesend, der alle Taten und Worte Gottes für eine neugierige Nachwelt hätte aufzeichnen können. Die Genesis bei Moses wäre demnach eine auf Symbolik reduzierte Sicht der kompletten Evolution. Himmel und Erde bei 1 Moses 1,1 bedeuten dann ganz klar der Kosmos mit dem Planeten Erde, wobei dann die geschilderte Weitererschaffung bis hin zum Menschen bzw. diese Chronologie sich erstaunlicherweise mit dem Evolutionsablauf deckt. Die Genesis-Schreiber waren ergo seinerzeit schon hervorragende und intelligente Naturbeobachter gewesen, dass sie zu solch erstaunlich richtigen Schlüssen gekommen waren.
Bis zum heutigen Tag hat sich eine vornehmlich in den USA verbreitete Sichtweise der Dinge erhalten, dass man die Genesis als eine Art Tatsachenbericht aufzufassen habe, welcher sämtlichen modernen darwinistischen sowie kosmologischen Erkenntnissen überlegen sei. Man entwickelte dabei die These vom "Intelligent Design", wonach jedes einzelne Lebewesen von Gott willentlich bewusst geformt und geschaffen sei. Abgesehen davon, dass eine solche Denkweise nur unter Ausschaltung des Verstandes möglich ist, ignorieren ihre als Kreationisten bekannten Urheber sowie Verfechter eine gleichfalls in der Bibel an anderer Stelle offenbarte und zu dem "Intelligent Design" gegenteilige Weltentstehungsweise. Dass dann noch Schöpfung und Gericht die zwei Seiten einer Medaille sein müssen, hierüber gibt es allgemein und überall kein Wissen. Was es mit Unterscheiden und Unterschied auf sich hat, da hat es den Anschein, wurde noch niemals gründlich nachgedacht. Denn sonst hätten sich ja schon längst die entsprechenden Einsichten und Erkenntnisse nicht nur in den Köpfen von Privatleuten sondern auch in den Redaktionen der öffentlichen Medien einstellen müssen.
Mit der schon im Vorwort genannten Genesis bei Moses wollen wir uns hier nicht beschäftigen. Als eine Allegorie bzw. Sinnbild einer sich beständig höher hervorbildenden Daseinswelt durch Schöpferhand, beschränkt sich doch der Sinngehalt allein auf die Chronologie dieses Vorgangs. Für sämtliche darüber hinausgehenden Fragen nach dem Zweck von Welt und Mensch kann es dort keine Antwort geben. Auch der untaugliche Auslegungshinweis, dass sich mit der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung quasi alles erklärt, dient nicht einer Klärung sondern eher der Verwirrung. Ist doch die allgemeine Welt- und Daseinserfahrung nicht die einer Geborgenheit in Liebe, sondern die eines ständigen Überlebenskampfes unter allen nur erdenklichen Übeln. Die Vorstellung, dass der allmächtige Gott jeden einzelnen Evolutionsschritt seiner Schöpfung wohlüberlegt bestimmt und ausführt, entspricht der eines genialen Ingenieurs mit Supercomputer, aber eben nicht der des allmächtigen Herrn, als das Universum in Person.
Wie der Allmächtige eine Welt zu erschaffen hätte, um seiner Allmacht gerecht zu werden, das können wir schon sehr viel besser verstehend dem Prolog des Johannes entnehmen.
Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Joh 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. Joh 1,3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was (alles) entstanden ist. Jes 48,13 Ja, meine Hand hat die Erde gegründet und mein rechter Arm die Himmel ausgespannt. Sobald ich ihnen rief, standen sie allzumal da.
Das ist nun eine Weltentstehungserklärung, die eines allmächtigen Gottes würdig ist. Denn da wird nur ein einziges Machtwort gesprochen und durch gleichzeitige Armausstreckung sofort vollzogen. Dann ist auch völlig klar, dass sein über die gesamte Schöpfungsdauer hinweg ausgestreckter rechter Arm den Herrn für exakt diese Dauer vollständig in Anspruch nimmt. Transzendenz und allgemeine Gottesferne in dieser unserer Weltzeit bekommen so einen ganz einleuchtenden Grund. Dass auf das Wort Gottes hin sich sofort das Betreffende einfindet, bedeutet konkret, dass der Herr der Ewigkeit auch Herr über die Zeit ist. Die 15 Milliarden Jahre kosmische Evolution seit dem Urknall sind dann vor dem alles vergegenständlichenden Herrn wie etwa 30 Sekunden Reaktionszeit vom Anfang bis zum Endes des Aktes. Absolute Zeitraffung würden wir dann sagen, muss bei so was der Fall sein.Offb 4,11 Würdig bist du, unser Herr und Gott, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen (=Wort) sind sie und wurden sie geschaffen!
Und wie kann so was überhaupt möglich sein? Eben nur wenn der Herr das Universum in Person ist. Dann muss er selbstverständlich auch die Verfügungsgewalt über sich selbst haben, wobei er sich dann bei seinem Selbstakt ebenso natürlich sein eigener Anfang und sein eigenes Ende sein muss. Wo derartiges geschrieben steht?:
Jes 44,6 So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. Jes 48,12 Höre auf mich, Jakob, und du Israel, mein Berufener! Ich bin derselbe! Ich bin der Erste, und ich bin auch der Letzte! Offb 21,6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Offb 22,13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Erster und Letzter, das ist folglich der erste und der letzte Adam in einer Person. Oder anfängliches Geschöpf und letztendlicher Schöpfer, und so Schöpfer und Universum durch sich selbst, sozusagen aus eigener Hand in einem kreisförmigen und zeitnehmenden Akt. Geschöpf und Schöpfer sind hier eine identische Person, wenngleich die in sich selbst durch die Pole des Anfangs und Endes eine entsprechend bipolare Charakteristik aufweist. Satan und HERR sind ergo die beiden kehrpersonalen Selbstpole des Universums. Bei seiner dimensionslosen Allumfassung benötigt das All solche Kehrpositionen zwingend als Grundmotiv und Motor für einen urknallenden Ur-Akt mit dem uns bekannten Ergebnis einer kehrseitig lebendigen Dimensionalität als unsere gegenständliche Daseinswelt. Innerhalb der Person Gottes besitzt Satan die Position des versagenden und deswegen sündigen Anfangs als zu behandelndes ohnmächtiges Objekt, und umgekehrt hierzu der HERR die Position des sündlos erfüllenden Endes als machtvoll handelndes Subjekt. Ist schließlich der urknallende Akt mit der Einholung des Anfangs durch das Ende abgelaufen, sowie durch Zweimaligkeit alsdann in sich selbst rückgekoppelt, ist diese Weltzeit endgültig am Ende. Hernach beginnt die Ewigkeit, welche keine uns bekannte Zeit mehr darstellt, sondern eine besondere Art der Zeiterfülltheit.Joh 5,26 Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Offb 10,6 und schwur bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: es wird keine Zeit mehr sein;
Jetzt können wir verstehen, dass die Schöpfung in Liebe bei einer solchen durch die Attribute der Allumfassung gegebenen Zwangslage des Universums nicht anders als mit einem urknallenden Selbstakt der Gewalt begründet, gesichert, und durchgesetzt werden kann. Wer das vollzieht, der ist automatisch sowie schlicht und ergreifend der HERR allen Daseins und das Universum in Person und besitzt:
Mt 28,18 Und Jesus ......... sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Jes 48,13 Ja, meine Hand hat die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel ausgespannt. Sobald ich ihnen rief, standen sie allzumal da. Jer 10,12 Er ist's, der die Erde durch seine Kraft erschaffen, in seiner Weisheit den Weltkreis abgegrenzt sowie mit seinem Verstand den Himmel ausgespannt hat. Jer 51,15 Er ist es, der die Erde durch seine Kraft gemacht, und den Weltkreis in seiner Weisheit gegründet und mit seinem Verstand den Himmel ausgespannt hat.
Dass der Urknall allein durch Kraft in Form von brachialer Gewalt bewirkt und in Betrieb gehalten werden kann, das liegt auf der Hand und ergibt sich aus den vorstehenden Versen. Wenn dann der Herr seine den Welt-Satan richtende Schöpferhand wieder zurückzieht, wird die Schöpfung von Anfang bis Ende zur Vollendetheit in sich abgeschlossen sowie der Urknall beendet sein. Dass die Weltschöpfung in Form eines urgewaltigen Weltgerichts stattfinden muss, das kann bei einer das Universum absolut dimensionslos machenden Allumfassung nicht anders möglich sein. Ungegenständlicher Geist allein kann dies nicht bewirken, so dass eben im geistbegabten und für das Universum stehenden, ganzheitlich allmächtigen Menschen alles beginnen und auch wieder enden muss.
Tho 077 Jesus: Ich bin das Licht über allem, und das All bin ich. Aus mir ist das All hervorgegangen, und alles ist bei mir angekommen.
Im Vorkapitel war bereits schon angeklungen, dass die Weltschöpfung in Form eines urgewaltigen Weltgerichts stattfinden muss, indem dies bei einer das Universum absolut dimensionslos machenden Allumfassung nicht anders möglich sein kann. Und dass dafür der geistbegabte ganzheitliche Mensch gebraucht wird, der mit Allmacht das Weltgericht aus der transzendenten Nullpunktualität heraus von Anfang bis Ende vollzieht. Dass dabei der Herr in dieser zeitlichen Welt und Menschheitsgeschichte - von wenigen geistigen Befruchtungen und Eingriffen im AT und NT einmal abgesehen - so gut wie nicht anwesend sein kann, das versteht sich von selbst. Die kindlich naive Annahme ein allmächtiger und allwissender Gott der Liebe müsse als Weltenlenker die Zeitwelt genauso gestalten wie etwa die Ewigkeitswelt, ist schlechterdings absurd. Paradies und Reich Gottes müssen als zeiterfüllte Ewigkeit der diametrale Gegenpol zur Zeitwelt sein. Denn die Polarität ist ja die absolute Basis für das Dasein überhaupt. Dann reicht die Polarität vom Kleinsten bis hin zum Größten, ja sogar bis in die Person Gottes hinein, welcher bekanntlich das Dasein in Person ist.
Von daher erklärt sich auch, weswegen es neben Gott dem Herrn auch einen Satan geben muss. Es sind dies die beiden personalen Kehrseiten des selbstpolaren Universums, die sich wechselseitig zu ihrem jeweiligen Bestand bedingen. Satan ist hierbei die Vergegenständlichung der prinzipiell zu Tod, Vergänglichkeit sowie Unvollendetheit gekennzeichneten Zeitwelt. Hingegen vergegenständlicht Gott der Herr sowohl die ebenso prinzipiell zu Leben, Unvergänglichkeit und Vollendetheit gekennzeichnete Ewigkeitswelt, als eben auch noch Satan selbst. Dabei ist Satan quasi Gott dem Herrn unterstellt, weil Gott das Universum mit seiner Person vollständig vergegenständlicht, und er damit als Herr über sich selbst demzufolge zugleich auch Herr über sich als Satan ist. Und so ist Satans Abweisung und Beherrschung Gottes Selbstmotiv zur Begründung und Sicherung seines universalen Daseins in Ewigkeit. Jetzt verstehen wir, dass die Weltschöpfung nur als Weltgericht erfolgen kann. Von woher sonst sollte ein in sich selbst ruhendes allumfassendes Dasein Grund für einen richtenden Schöpfungsakt haben, wenn nicht durch die Entdeckung seiner eigenen personalen Polarität, und ihrer damit bei innerpersonaler Selbstgefährdung veranlassten Beherrschung?
Und so wird die uranfänglich bewusste Selbstwahrnehmung des Universums als einer innerpersonalen Polarität zu seiner ureigensten Machtfrage, der Beherrschung der Person durch die eine oder andere Kehrseite. Das All wäre aber gewiss nicht Gott und Herr über sich selbst, wenn es nicht durch zentrale Erhebung gegen sich selbst in der alles entscheidenden Abweisung Satans als allmächtiger Gott und Herr siegreich sein würde. Dieses ewige Reich Gottes ist mithin im Kern die uranfängliche Gewinnung der innerpersonalen Selbstherrschaft des Alls in seinem immerwährenden Sieg des konstruktiv Guten über das destruktiv Böse. Die unterwerfende Einbindung Satans zu einer in sich homogen geschlossenen Person als Gott der Herr beschert dem Universum von Ewigkeit zu Ewigkeit seine göttliche Güte und Gnade, die alles Dasein ebenso auf Ewigkeit in den Staub fallen und anbeten lässt.
Offb 5,6 Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde. Offb 5,8 Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamme nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk; das sind all die Gebete der Heiligen. Offb 5,14 Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an den, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Offb 19,4 Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebendigen Wesen fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Throne saß, und sprachen: Amen! Halleluja!
Der da auf dem Thron sitzt, das ist der Herr als Richter, und das Lamm vor dem Thron der Herr als Gerichteter. Denn alles was das Universum an sich selbst vollzieht, macht es zum handelnden Subjekt und zum behandelten Objekt. Der zeitweltliche Mensch welcher zielgerichtet nach Gott dem Herrn strebt, und dabei am Ende seines innerpersonalen Weges bzw. christlichen Werdegangs unverhofft bei sich selbst in die Selbstschnittstelle des Alls gerät, der erfährt nunmehr selbst zu Adam geworden an eigener Person, was die zyklisch mit einem jeden Adam wiederkehrende ewige "Ur-Sache" von Gott dem Herrn ist.
Joh 12,31 Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden; Joh 9,39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf dass diejenigen, die nicht sehen, sehend werden und diejenigen, welche sehen, blind werden. Joh 5,27 Und er (= der Vater und Mensch) hat ihm Macht gegeben Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist.
Um zu erkennen, dass die Schöpfung gegenwärtig noch in vollem Gange und nicht etwa abgeschlossen ist, muss man kein Naturwissenschaftler sein. Schließlich setzt sich die Schöpfung auch mit den wachsenden technischen Fähigkeiten der Menschheit weiter fort. Man denke dabei an die Züchtung von Tier-Rassen, oder dem zweifellos wirksamen Prinzip der natürlichen Auslese im Rahmen von Mutation und Selektion solange eben die Zeit währt. Das Gericht, dass gemäß Jesus mit dieser Weltzeit stattfindet, setzt aufgrund dessen die Weltschöpfung mit dem Weltgericht in eins. Ganz klar ist hierbei auch, dass alles - aber insbesondere ein jeder Mensch - mit diesem als Weltschöpfung ablaufenden Weltgericht entsprechend gerichtlichen Anteil bekommt. Indem der Vater sich selbst als das All richtet, ist automatisch auch jeder darin befindliche Mensch mitbetroffen, ohne dass es eines an Moral orientierten Menschheitsgerichtes bedarf. Alsdann ist es die Geistbegabung jedes einzelnen Menschen, selbst zu entscheiden, wonach er sich und sein Leben ausrichten möchte. Jesus gibt mit seiner Person und seinem Anspruch der zu glaubenden Gottes- und Menschensohnschaft den übrigen nach dem Bilde Gottes geistbegabten Menschen eine so eingeräumte Wahlmöglichkeit, um damit selbstverantwortlich für sich selbst nach den Kriterien des Herrn entscheiden zu können. Und zwar ohne dass Vater oder Sohn bei ihnen tätig zu werden hätten. Denn das ist die göttliche Gerechtigkeit, dass jeder das bekommt wonach ihm in Wahrheit der Sinn steht.Jes 5,16 aber der HERR der Heerscharen wird erhaben werden durch das Gericht, und der heilige Gott wird sich als heilig erweisen durch Gerechtigkeit.
Joh 5,22 Denn der Vater richtet auch niemanden, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, Joh 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, welcher mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Joh 5,30 Ich kann nichts von mir selbst tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, welcher mich gesandt hat. Joh 8,16 Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahr; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, welcher mich gesandt hat.
Und so kommt es, dass nach dem immerwährenden Willen von Sohn und Vater ein jeder Mensch sich mit seinen in seiner Lebensführung sichtbar werdenden Bestrebungen selbst sein eigenes Urteil zu sprechen hat. Der Herr - in Gestalt von Vater und Sohn - ist seiner Universalität entsprechend ausschließlich mit dem Gericht über sich selbst als das Universum als solches befasst. Ist es vollendet, so ist es abgeschlossen, und die satanische Zeitwelt kehrt sich im Nu in die herrliche Ewigkeitswelt um. Diese Umkehrung bewirkt, dass alles was da ohne Anteil an Jesus Christus war und ist, augenblicklich auf einen kümmerlichen personalen Restbestand schrumpft, wohingegen nun alles was zu Weltzeiten Anteil an ihm erhalten hatte, sich augenblicklich auf maximale Selbstausschöpfbarkeit der Person weitet. Konkret betrifft also die Umkehrung der Wirklichkeit die je individuellen so oder so, für oder gegen Gott in der Person angelegten sowie ausgeführten Selbstmöglichkeiten. Indem Gott mit Abschluss seines Selbstgerichtes sich selbst bewältigt hat, und dieser alles vergegenständlichende Herr und Mensch der absolute König der seit ihren historischen Anfängen kompletten Menschheit geworden ist, betrifft dies natürlich auch all die Menschen, welche in der Zeitwelt über Jesus Christus Anteile an ihm erworbenen hatten.
Offb 19,6 Und ich hörte wie die Stimme einer großen Menge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie die Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, er ist endlich König geworden!
1 Mo 1,4 Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; 1 Mo 1,7 Und Gott machte die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste, dass es so ward. 5 Mo 32,8 Als aber der Allerhöchste den Völkern ihr Erbe austeilte und die Kinder der Menschen voneinander schied, da setzte er all die Grenzen der Völker fest nach der Zahl der Kinder Israel. 2 Mo 11,7 Aber bei allen Kindern Israel soll kein Hund die Zunge regen, weder gegen Menschen noch gegen das Vieh, auf dass ihr erfahret, was der HERR für einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel. Hes 44,23 Sie sollen mein Volk unterscheiden lehren zwischen Heiligem und Gemeinem und ihm den Unterschied erklären zwischen Unreinem und Reinem. Mal 3,18 Da werdet ihr wiederum sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. Röm 3,23 Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes,
Wir können hierbei gleich mal vorweg die Frage an alle Leser stellen, was denn wäre, wenn es generell keinen Unterschied geben würde? Dann wäre alles gleich, würde die erwartete Antwort lauten, z.B. gleich schwarz oder gleich weiß, eben ohne irgend einen Unterschied. Wir können hierbei weiter in die Runde fragen: Und was würde wohl derartiges bedeuten? An dieser Stelle kämen sicherlich viele von uns ins Grübeln. Ebenso sicher fänden hier aber auch einige helle Köpfe die Lösung. Die würden nun sagen, dass in einem solchen Fall alles nichts ist, und zwar gleichgültig ob in Schwarz oder Weiß. Denn nichts ist und bleibt immer nichts, und kann damit keinerlei Eigenschaft haben. Nicht "immer" würden dann vielleicht wieder andere sagen, wenn es nämlich nicht bei einer Unterschiedslosigkeit bliebe. Und sie hätten damit auch erkannt, was das Nichts vom Sein "unterscheidet". Das wäre eben ganz simpel "der Unterschied" an sich. Wo Unterschiedslosigkeit herrschte, dort wäre nichts, und bei Unterschied wäre etwas da, bzw. ein Dasein. - Jetzt würden sich eventuell vorhandene Genies aufgeregt zu Wort melden und die Frage stellen, woher denn bei einer anfänglichen Unterschiedslosigkeit bitteschön ein Unterschied herkommen soll?
Wir können davon ausgehen, dass just in diesem Moment die Diskussion entweder erstirbt, oder aber von wilden Fantasien weiter angetrieben wird. Nehmen wir einmal das letztere an, sodann könnte es doch sein, dass jemand eine brillante Idee zu haben glaubt, und meint, damit das Problem relativ einfach lösen zu können. Ganz neugierig geworden wären wir gespannt seine Idee zu hören, und wir würden ihn fragen, wie er denn das anstellen wolle. Zu unserer aller Verblüffung würde er sagen, dass es weder das eine noch das andere für sich allein geben kann, und dass sich Gegensätze wie bei einer Polarität wechselseitig bedingen. So kann es ja - meinte er - ein Plus nicht ohne ein Minus, und ein Negativ nicht ohne sein Positiv geben: denn ein Gegensatz kann im Grunde immer nur die Umkehrung seines Gegenstücks sein. Nach kurzem Nachdenken würden wir ihm anerkennend zunicken, und ihn noch fragen, wie so was denn konkret sein könnte? Der würde sich auch jetzt noch als Genie erweisen, und uns erklären, dass es eine Umkehrung nur in einem schöpferisch-gerichtlichen Kreislauf geben könne, der natürlich die Umkehrung selbst sei, und wir sollten mal an den Urknall denken, der auch nur eine Umkehrung vom einen in den anderen Gegensatz sein könne.
Spätestens jetzt würde uns ahnungsweise ein Licht aufgehen, und wir würden das Genie weiter befragen, um was für Gegensätze es sich denn bei dem Urknall handelte. Eben "Unterschiedslosigkeit vor dem Urknall" gegenüber "dem Unterschied als Urknall", entgegnete er uns. - Ja aber durch was? fragten wir entgeistert nach. Schließlich soll doch niemand wissen, was den Urknall ausgelöst haben könnte. Gott der Herr, würde nun unser Genie sagen, der machte bei sich selbst an sich selbst den alles ins Leben rufenden Unterschied. Denn wie ihr wisst, macht alles in einen ungegenständlichen Punkt gepackt keinerlei Unterschied mehr, weswegen da reine Unterschiedslosigkeit sein muss. Und wie ihr auch wisst, ist ja mit und aus dem Urknall unser raumzeitliches Universum einschließlich uns selbst entstanden. - Wieder wären wir völlig konsterniert und wendeten ein, dass ein unterschiedsloser Punkt als ein Nichts doch niemals ein handlungsfähiger, "daseiender" Gott sein könne. - Nicht wenn ein Kreislaufsystem gegeben ist, führte unser Genie aus. Dann nämlich kann es eine Doppelnatur des sowohl als auch geben. Also von sowohl Unterschiedslosigkeit als auch von Unterschied in einem Einzigen und Ganzen, bzw. dem Universum, bzw. dem es zur Person Vergegenständlichenden.
Wieder starrten wir unser Genie verständnislos an. Eine Doppelnatur von Unterschiedslosigkeit und Unterschied? - Und überhaupt die Doppelnatur? - Ob er uns das mal veranschaulichen könne, fragten wir das Genie? Nichts leichter als das, würde er sagen, und uns dabei zulächeln. Denkt doch mal an euch selbst! Seid ihr denn nicht das beste Beispiel einer solchen Doppelnatur, bestehend aus unterschiedlichen Materiestrukturen und unterschiedslos strukturlosem Geist; verkürzt eben bestehend aus Unterschied und Unterschiedslosigkeit? - Erst jetzt ginge uns wirklich ein Licht auf, und wir würden sehr deutlich erkennen, dass wenn Gott ein Mensch ist, der das Universum verkörpert, sodann das All wie ein Mensch über Kehrseiten der universalen Unterschiedlichkeit und universalen Unterschiedslosigkeit verfügen müsste. Dann könnte auch dieser universale Mensch bei sich selbst eine universale Unterschiedslosigkeit erzeugen. Sie wäre der Nullpunkt mit den Unendlichkeitsbedingungen wie das Energiebad der Astrophysiker just direkt vor dem Urknall. Mit einer hierbei stattfindenden absoluten Selbstverwerfung würde die urknallende Umkehrung aus der Unterschiedslosigkeit in die weltbildende Unterschiedlichkeit führen, die wir als die uns bekannte derzeitig noch laufende unabgeschlossene Zeitwelt kennen.
Hätte im Rahmen des Kreislaufsystems ein solcher der Zeitwelt entstammende Mensch derartiges bei sich selbst vollzogen bzw. hinter sich gebracht, er wäre wohl völlig zurecht auf immer und ewig Herr und Gott seiner durch sich selbst erzeugten universalen Existenz. Ist das die Essenz des Evangeliums Christi? Bietet Jesus Christus mit seinem Schicksal einem geeigneten Menschen eine derart unglaubliche Karriere an? Wir müssen es annehmen, denn der Vater des Menschensohnes ist laut Jesus jemand, der das Ende der Zeitwelt kennt. Und dieses Ende ist ja augenscheinlich noch nicht erreicht. Indem gemäß den Selbstaussagen des Herrn er der Anfang und das Ende in Person ist, bedeutet das, dass zum Ende der Zeitwelt hin, aus ihr heraus ein Mensch in Erscheinung tritt, der mit einem totalen Akt der Weltschöpfung als Weltgericht das Kreislaufsystem in seiner Person vergegenständlicht. Er ist dieser Mensch und Vater, dem Jesus mit seinem Selbstopfer eine Wiedereinholung vom gerichteten Geschöpf zum richtenden Schöpfer ermöglicht hatte.
Mk 14,36 Und er (Jesus) sprach: Abba, Vater! Es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
Die Notwendigkeit einer endzeitlichen Selbsteinholung ließ dem Vater keine andere Wahl. Die Durchführung der Opferung Jesu war die Voraussetzung für dessen himmelfahrende Vergeistlichung. Denn in einer als Weltgericht sich vollziehenden Weltschöpfung gäbe es ohne Selbstrückmeldung Gottes keine Möglichkeit der Einholung des Anfangs durch das Ende.
Offb 21,6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Offb 22,13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Jesu Geburt und Tod waren die Bedingung des Vaters für seine abschließende Selbstwiedereinholung innerhalb des alles beinhaltenden universalen Weltaktes. Denn auch wenn ein Mensch das Universum in zentraler Person vergegenständlicht, so ist er dies doch bei kreisförmig geschlossenem System innerhalb des Universums an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit seines eigenen Weltaktes. Er ist dabei genau hier den ihn von sich selbst abschneidenden Welt-Bedingungen unterworfen. Jesus Christus wurde deshalb die Selbstbrücke des Vaters aus der nullpunktuellen Richter- und Schöpfertranszendenz heraus zu sich selbst in seine geschöpflich raumzeitlichen Koordinaten hinein, von 2000 Jahre nach Jesus von Nazareth, und geographisch nicht in Israel.
Joh 16,28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Joh 14,28 Ihr habt gehört, dass ich sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Joh 5,20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so dass ihr euch verwundern werdet.