DOGMA  JESUS  CHRISTUS

 

 

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von Agnus D.  /  anno domini  2006

 

 

Die Definition von Dogma und Dogmatik

 

 

Der Begriff  "Dogma" (Mehrzahl: Dogmen) kommt aus dem Griechischen und bedeutet Glaubenssatz oder auch Lehrsatz. bzw. eine allgemein verbindliche und exakt formulierte Aussage zu einer zumeist religiösen Lehre oder aber auch politischen Weltanschauung. Er leitet sich von griech. "dokeo" her; in der Grundbedeutung: "das was als richtig erschienen ist".

"Dogmatik" ist die theologische Wissenschaft des Dogmas; ihr Gegenstand ist daher die vollständige christliche Offenbarung. Ergo auch jene Dogmen, welche den christlichen Vollzug der menschlichen Person zu ihrem Inhalt haben. Insoweit die Dogmatik Teil der katholischen Theologie ist, versteht sie sich als Glaubenswissenschaft. 

Am gebräuchlichsten wird der Begriff des Dogma im Christentum verwendet. Er wurde einst von der Frühkirche in die Glaubenslehre eingeführt, und diente der Abgrenzung zu konkurrierenden Glaubensauffassungen. Doch gilt ein kirchlicher Glaubenssatz nur dann als Dogma, wenn er sich aus der Offenbarung des Johannes herleiten lässt, und durch die Heilige Schrift und die Tradition bestätigt wird. Überdies muss er von einer allgemein anerkannten geistlichen Autorität - wie z.B. dem Papst  - verkündet werden. 

Dogmen wurden also oft in Zeiten doktrinärer innerkirchlicher Kontroversen formuliert, um die herkömmlichen Lehrsätze klar gegenüber neuen und davon abweichenden Lehren abzugrenzen. Erste Dogmen wurden von den ökumenischen Konzilen aus der Anfangszeit der christlichen Kirche festgelegt. Sie sind bis heute noch für die Mehrheit der Christen in Ost und West verbindlich, so beispielsweise die Person Jesu Christi, die das Konzil von Chalkedon 451 definierte. Andere Dogmen stammen aus späterer Zeit und haben ihre Geltung nur innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Das gilt beispielweise für die Dogmen der Unbefleckten Empfängnis (1859) und Mariä Himmelfahrt (1950) oder für das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes (1870).

Die Dogmen sind wie sämtliche Lehrmeinungen und Weltanschauungen kulturell bedingt, und müssten daher von Zeit zu Zeit überdacht und gegebenenfalls neu formuliert werden. Denn Begriffe wie Substanz, Natur und Person, wie sie einstmals auf dem Konzil von Chalkedon verwendet wurden, sind ja zwischenzeitlich von den modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in ihrem Verständnis weit überholt worden. Sie haben dadurch eine andere Bedeutung und Tragweite erhalten. Dennoch dienen die Kernaussagen der alten Dogmen in den theologischen Diskussionen von heute immer noch als Richtschnur. 

 

 

 

 

Vorwort

 

 

Dass Jesus zu seinen Lebzeiten von niemandem verstanden wurde, ergibt sich aus dessen eigenen Äußerungen, die von allen fünf Evangelisten (einschließlich Thomas) übereinstimmend überliefert wurden. Und bei Johannes lesen wir in 21,25, dass nur ein Bruchteil dessen was Jesus einst während seiner Öffentlichkeitsarbeit verkündete, später niedergeschrieben wurde.

Was Jesus zu sagen hatte, das sollte nach seinem Willen stets in die richtigen Ohren bzw. in die richtigen Köpfe gelangen, weshalb er sich entsprechender Redewendungen bediente. Doch waren verständige Leute damals wie heute so gut wie nicht vorhanden, selbst unter seinen Schülern und Jüngern nicht. Jesus war eindeutig quasi von einem anderen Stern, wie er es zum Schluss seines Wirkens Pilatus gegenüber bekannte, als er sagte, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Alles was die Jünger nach Jesu Tod leisten konnten, war, aus dem Gedächtnis der vielen Zeugen die Reden Jesu so gut es eben ging zu einem gewissen Teil zu rekonstruieren. Denn bei Jesu Verkündigungen war ja niemals mitprotokolliert worden. Auch Jesu Auferstehung aus dem Felsengrab heraus, konnte nicht verstanden werden. Erst mit dem Pfingstereignis wurde bei den Betreffenden eine Basis geschaffen, mit der überhaupt ein Zugang zum Verstehen des ansonsten alles Verständnis übersteigenden Ereignisses "Jesus Christus" möglich wurde.

Doch bei diesen viele Jahre danach erfolgten Wiedergaben sozusagen aus zweiter Hand, weil ja nicht mehr der Verfasser selbst zu Wort kommen konnte, formulierte sodann das erste römische Konzil circa. 400 n. Chr. seine Glaubensgrundsätze bzw. Dogmen; zusammengefasst unter dem Begriff "Kanon". Dabei kann man sich wegen der offenbaren evangelistischen Unterschiede leicht vorstellen, dass Jesus selbst - wenn er denn seine Lehren selbst zu verfassen gehabt hätte - zu einer etwas anderen und gewiss einheitlicheren Darstellung seines Lebens und seiner Verkündungsabsichten gekommen wäre. Entscheidend ist deshalb nicht, was die frühe Kirche vom Überlieferten zu ihren Dogmen auserkoren hatte, sondern welche Grundsätze Jesus selbst vertreten hatte. Da ist es erforderlich, in den Evangelien die Weltanschauung Jesu herauszufiltern. Erst heutzutage anhand moderner Computertechnik kann ein Abgleich aller relevanten Texte relativ problemlos bewerkstelligt werden, wie das vorher eben schlicht unmöglich war.

Da half es auch nicht, wenn sich einstmals Hunderte oder gar Tausende mit den Texten befassten, und in Jesu Botschaft nach dem Essenziellen suchten. Dabei kommt einem das folgende Sprichwort in den Sinn: "Viele Köche verderben den Brei". Der Brei ist mithin das, was das 1. Römische Konzil für sich als Kanon erkannte, und für alle Zukunft für alle Gläubigen zum absolut Feststehenden festschrieb. Die Reformation Martin Luthers war dann sehr viel später ein längst überfälliger Versuch die dabei mitentstandenen Fehlentwicklungen abzuschaffen. Aber auch hier musste Wesentliches im Ansatz stecken bleiben. Ganz wichtig war dabei jedoch die Verneinung der Heiligen- und Marienverehrung, die nirgendwo mit Jesu Verkündigung in Vereinbarung gebracht werden konnte. Denn schließlich sagte Jesus sehr deutlich, dass außer Gott niemand gut sei. Heilig wäre bei Jesus allenfalls nur jemand gewesen, der sich im Reich Gottes befände, welches bekanntlich wiederum nicht von dieser Welt sei.

Wie man die Sache des Religionsstifters Jesus in Bezug auf seine spätere Kirche auch dreht und wendet, bei näherer Betrachtung des Ursprünglichen und später Hinzugekommenem tun sich unüberbrückbare Gräben auf. Aufgrund dessen  muss man direkt und analytisch in die kanonischen Texte bzw. in die Evangelien eintauchen, um nun herauszufinden, was denn - wenn es sie denn gegeben hätte - Jesu eigene Dogmen gewesen wären. Vom so genannten Thomasevangelium nimmt man an, dass es die frühesten Aufzeichnungen von Worten Jesu enthält, und dass es darum bis zu einem gewissen Grad als Vorlage für die späteren kanonischen Evangelien diente.

In diesem als apokryph bzw. als  unecht verschmähten Thomastext finden sich Aussagen Jesu, die zum Teil noch radikaler und aufsehenerregender sind, als die in den kanonischen Evangelien, was in Anbetracht des einmaligen Genies "Jesus von Nazareth" für und nicht gegen die Authentizität dieses Textes spricht. Deshalb wird hier auch der Thomastext für die zu ermittelnden Dogmen des Herrn mitherangezogen. Wie man aus den nachfolgenden Ausführungen wird ersehen können, ergibt sich damit insgesamt ein wesentlich genaueres und zutreffenderes Bild von Jesu Weltanschauung, um die es vorliegend mit den aus den Texten herausgesiebten sieben Dogmen geht.

 

 

 

 

Wert und Unwert von Dogma

 

 

Wie sich feststellen lässt, sind von der Kirche überwiegend nicht etwa die evangelikalen Kernaussagen Jesu zur Formulierung von Dogmen herangenommen wurden, sondern eher unwichtige Inhalte aus dem neutestamentlichen Textumfeld. Damit aber wird das Dogma an sich, zum Gegenstand kritischer Betrachtung. Zu stellen ist hier die Frage, welchen Wert überflüssige Dogmen wie z.B. die Unbefleckte Empfängnis und die Maria Himmelfahrt sowie das lästerliche Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes haben können.

Zum einen sind die Unbefleckte Empfängnis und die Maria Himmelfahrt vom Papst entschieden und verkündet worden, zum anderen steht die Unfehlbarkeit des Papstes der Unfehlbarkeit Gottes diametral entgegen. Denn schon bei  Jesajas (42,8 und  48,11) ergibt sich auf Ehre und Ruhm des Unvergleichlichen bezogen, dass, um vom nicht irren könnenden HERRN - als der personifizierten Wahrheit und Wirklichkeit - auch in diesem Punkt unterscheidbar zu sein, ausnahmslos jeder andere - nicht der Sohn oder Vater seiende Mensch - irren kann und irren muss. Dass sich die Päpste darüber nicht im Klaren gewesen waren, ist wohl kaum anzunehmen. In jedem Fall aber ist im Hinblick auf die alttestamentlichen Selbstaussagen des HERRN der Anspruch des Papstes auf die die allein göttliche Unfehlbarkeit offenbarer Beweis des Gegenteils bzw. seiner Fehlbarkeit.

Bewiesen ist damit auch gleich, dass die von der Kirche bzw. ihren Päpsten zusammengereimten und verkündeten Dogmen aus der Sicht des HERRN keinerlei Wert haben, außer für die Kirche selbst. So hat sie die Dogmen für ihre machtpolitischen Zwecke instrumentalisiert, wie auch die ganze überflüssige und irreführende Liturgie. Den Glauben an Jesus und Gott den HERRN vom Dienst an der Kirche in der Übernahme ihrer Dogmen abhängig zu machen, ist alttestamentlicher Machtmissbrauch wie ihn bekanntlich Jesus bei der israelischen Kirche angeprangert und scharf verurteilt hatte. 

In Bezug darauf sind wir aber beim einzigen und tatsächlichen Dogma des christlichen Glaubens angekommen. Es betrifft den Religionsstifter Jesus Christus und lautet: 

Es gibt kein Dogma außer mich selbst! 

Das können wir den Selbstaussagen Jesu Christi entnehmen, der bereits schon alles für den christlichen Glauben Wesentliche in seinen Verkündigungen zum Ausdruck gebracht hatte. 

          Beispiele:

Joh 14,6   Jesus: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich!   

Joh 6,35  Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Joh 6,47  Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.

Joh 11,25  Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;

Tho 032  Jesus: Ich bin das Licht über allem, und das All bin ich  

Tho 077  Und Jesus sprach: Ich bin das Licht über allem, und das Universum bin ich. Aus mir ist das Universum hervorgegangen, und alles ist bei mir angekommen! 

Indem also Jesus Christus für einen jeden wahren Christen das Dogma in Person ist, sind auch seine sämtlichen Aussagen zugehöriges Dogma. Und dadurch, dass seine Verkündigungen das einzig wichtige und wesentliche im Glauben an ihn sind, können sie von jedem als die originalen und damit ausschließlich wert- und sinnvollen Inhalte des Glaubens als die ausschließlich wahren Dogmen erkannt und angenommen werden. 

 

 

 

 

Grundlegendes

 

 

Indem das Konzil von Chalkedon 451 das Dogma von der Person Jesu Christi definierte, erfüllte es dadurch die Grundanforderung des Glaubens an Jesus Christus. Denn um die Verkündigungen und Taten Jesu zum Glauben annehmen zu können, muss selbstverständlich zuerst einmal und überhaupt die Person des Betreffenden als der Bewirker von all dessen zum Glauben angenommen worden sein. Das Dogma von Jesus Christus ist dann auch das Dogma, welches sämtliche christlichen Kirchen und Sekten zu ihrem gemeinsamen Nenner haben. 

Insoweit Jesus zu keinem Zeitpunkt von einer Unbefleckten Empfängnis sprach, steht ein solches Dogma (1859) außerhalb seiner Verkündigung  und hat damit keinerlei Wichtigkeit. Zwar kennt man in der Medizin die höchst seltene Jungfernzeugung, doch mit einem solchen Dogma die immer anzustrebende und zu bewahrende Einheit des Christentums zu gefährden, würde vom Dogma Jesus Christus nicht gut geheißen werden. Ähnlich verhält es sich beim Dogma der Mariä Himmelfahrt (1950). Denn zum Thema Himmelfahrt hatte sich Jesus direkt geäußert gehabt:

Joh 3,13 Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

"Niemand außer des Menschen Sohn", das ist ganz klar und eindeutig. Mit ihrem Dogma von Mariä Himmelfahrt  befindet sich deshalb der Vatikan im direkten Widerspruch zum Dogma Jesus Christus. Zugleich ist mit diesem offenbaren Widerspruch das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes (1870) gründlich widerlegt. Mit solch groben Dummheiten, welche den heutigen Menschen immer weniger verborgen bleiben, schadet man der Sache Jesu Christi mehr, als man davon profitieren kann. Dann ist auch klar, welche Gründe für ein solches Verhalten der Vatikan haben muss.

Im Ergebnis zeigt sich so, dass das Dogma Jesus Christus für den christlichen Glauben die einzig gültige Wahrheit darstellt. Darauf beschränkt, wäre dann auch die Ökumene (= Gesamtheit aller Christen) keine Utopie mehr. Im Übrigen muss man sowieso jedem Christen zugestehen, die Texte für sich so zu verstehen und auszulegen, wie es seinen mehr oder minder gegebenen Möglichkeiten und Fähigkeiten entspricht.

 

 

 

 

Die Dogmen des Dogma Jesus Christus

 

 

Insbesondere die folgenden aus dem Dogma Jesus Christus sich herleitende Dogmen Jesu sind für den christlichen Glauben und das Verständnis der Person Jesu von zentraler Bedeutung:

 

 

Teil 1:   Jesus Christus - Sohn des Menschen - Sohn des Vaters - Zwei Menschen sind Gott

 

Teil 2:   Jesus Christus - der Weg, die Wahrheit und das Leben - Bitten, Suchen und Anklopfen

 

Teil 3:   Jesus Christus - die Einheit allen Seins - der grenzenlose Geist umfasst alles

 

Teil 4:   Jesus Christus - Schöpfung und Gericht - Richten ist Unterscheiden ist Schöpfen

 

Teil 5:   Jesus Christus - das Schöpfungsgericht hat zwei Seiten - Zeit und Ewigkeit

 

Teil 6:   Jesus Christus - die Auferstehung und das Leben - das Leben geht im Leben weiter

 

Teil 7:   Jesus Christus - die Vollendung der Seele ist der Schlüssel - Arbeiten ist Pflicht

 

 

 
 

Die weiteren Editionen von Agnus D.   /   I. = Internet-Links mit Werbung  -  II. = Herunterladen ohne Werbung

 

I.  Internet-Links

 
           Gottes Weltformel             Stephen Hawking              Thomasevangelium
           Der Gottesbeweis             Weltformel-Pro-              Judasevangelium
           Gott der Herr             Der Urimpuls              Jesusinterviews
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           Zeit und Ewigkeit             Das Wort              Die Religion
           Auferstehung Jesu             Die Liebe              Reinkarnation
           Ontologie im Zenit             Die Energie              8 in 1 - Essays
           Mystik und Gnosis             Das Wunder              Das Aramäisch
           Evangelienabgleich             Himmelfahrt              Leben und Tod
           Maria von Nazareth             Die Allmacht              Die Apokalypse
           Thesen der Wahrheit             Die Evolution              Gebet des Herrn
           Universum in Person             Über die Kritik              Weltgrundlegung
           Dogma Jesus Christus             Weltuntergang              Der ganze Mensch
                         Anfang und Ende              

 

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